5 Schritte zum Startup-Misserfolg

Tutorial: Vom Gedanken zur Nicht-Umsetzung – Die Geschichte keines StartUps

Ich möchte natürlich nicht nur unnützes Wissen oder nutzlose Informationen verbreiten, sondern auch denen weiterhelfen, die Hilfe benötigen. Daher habe ich mir als nächstes Thema das Hipster Thema #1 raus gegriffen, die bunte Welt der Startups. Wie vielleicht einige schon im Subtext der letzten Aussage heraus gelesen habe, habe ich eine sehr kontroverse Einstellung zu diesem Thema und ich kann nicht garantieren, dass ich mich im Verlauf dies Beitrages nicht noch komplett Startup-Hype-Hasser outen werde.

Doch woher nehme ich mir die Frechheit neben den ganzen Größen der Branche auch noch ein Tutorial zum Thema Startup raus zu hauen? Mich selber würde es wahrscheinlich sogar nerven! Jedoch im Gegensatz zu allen anderen Beiträgen die es hierzu gibt, bringe ich eine Sicht mit die selten in der Öffentlichkeit vorkommt. Schaut man sich im Internet um, findet man meist Beiträge wie  „Wie gründe ich ein erfolgreiches Startup von Marc Zuckerberg“ oder „Wir sind gescheitert, weil der Investor nicht nochmal 10 Millionen Euro in ne billige Kopie stecken wollte“ oder „Wie man richtig ein Startup gründet, aber ich tu das nicht weil Bloggen viel toller ist“. Das ganze hat sicherlich was mit dem medialen Hype zu tun und dem meist sehr schnell geknickten Ego der Hipsters von heute. Ich glaube auch das der Hipster nur ein Emo ist der sich Karo-Hemden von Ralph Lauren leisten kann, aber ich will ja hier nicht flamen.

Ich werde euch nun versuchen in wenigen einfachen Schritten zu erklären, wie ihr am besten mit eurer Idee scheitert ohne dafür nur einen müden Euro zu benötigen! Klingt unmöglich? Ist es aber nicht! Ihr müsst lediglich folgende Schritte beachten:

1. Die Idee kann nicht komplex genug sein

Entwickelt eine Idee oder ein Konzept, dass ihr nicht mal euren besten Freunden an einem langen Sofa-Abend erklären könnt, ohne dass sie ein paar Wochen später nochmal fragen „Was machst du da nochmal mit dem Server?“

Und wenn ihr keine Freunde habt an denen ihr das testen könnt: Glückwunsch! Da Startups alle viral verbreitet werden und ihr scheinbar auch sehr extrovertiert seid, sammelt ihr hier quasi einen Extrapunkt!

Ihr könnt eure Idee aber trotzdem auch relativ einfach testen. Nehmt euch einen Block und schreibt eure Idee mit allen Facetten auf. Schafft ihr es nun mehr als eine DIN A4 Seite voll zu schreiben, könnt ihr euch selber schon einmal gratulieren, ihr habt den ersten Schritt bestanden und eure Idee ist zu komplex! Und wem das noch nicht reicht, der kann, wie in der Mathematik üblich, eine Gegenprobe machen! Schreibt einfach die 15 wichtigsten Funktionen / Möglichkeiten / Merkmale eurer Idee auf. Wenn ihr nun überlegt welche die 15 wichtigsten sind, habt ihr euere Ziel schon erreicht und könnt euch nun sicher sein, die Idee ist komplex genug um zu scheitern.

2. Nur im richtigen Team ist man schwach

Stellt ein geeignetes Team auf, denn alleine habt ihr zu große Chancen erfolgreich zu sein. Die Wahl eurer Teamkollegen kann ich euch zwar nicht abnehmen, aber ich kann euch ein paar Tipps geben, die immer funktionieren.

Besonders geeignet sind Personen, die sich in einer Beziehung befinden mit Ansätzen zur sesshaftigkeit. Für die Anfangsphase ist auch jemand frisch verliebtes zu empfehlen! Wenn ihr jedoch das beste raus holen wollt, sucht euch jemanden mit Familie. Kinder, Hund, Frau, vollfinanziertes Haus und schlechter Bezahlung! Habt ihr so jemanden im Freundeskreis? Dann sollte er eure erste Wahl sein.

Da ich natürlich weiß, dass häufig jüngere Leute mit der Idee des Startups spielen, Grund dafür wohl die oben erwähnte Person in die wir uns alle irgendwann verwandeln, möchte ich auch hier euch noch einen kleinen Filter mit an die Hand geben, um wenigstens schon einmal gut vorzusortieren. Wichtige Eigenschaften im Alter zwischen 18 – 26, die als gute Indikatoren dienen können wären: Konsum von Marihuana, große Räumliche Distanz (mind. 300km), Besitz von 2 WOW-Charakteren mit Level 80,  starker Alkoholkonsum (kann, muss nicht Indikator sein) und alle die, denen ihr die Idee erzählt habt und der Meinung sind „Das ist cool, das schaffen wir“.

Ergänzend dann noch eine kleine Warnung. Egal wie penetrant sie werden können, nehmt auf keinen Fall eine Frau ins Team auf. Frauen sind zu strukturiert, zu gut organisiert und im Gegensatz zu uns Männern verfolgen sie das irrwitzige Ziel angefangene Sachen zu beenden. Sowas kann schnell zum Anfang vom Erfolg für!

Bevor ich nun zum nächsten wichtigen Punkt springe, wenn ihr einer meiner ehemaligen oder aktuellen Startup Kollegen drüber rauschen sollte, nehmt es nicht so eng, ich zähle mich in fast alle Punkte mit hinein, bis auf die Thematik mit der Familie und das werf ich DIR auch nicht vor.

3. Nur wer sprintet hat schnell keine Luft mehr

Wer es nun bis zu Punkt 3 geschafft hat, kann sich schon einmal auf die Schulter klopfen. Jetzt kommt nur noch die Kür!

Nachdem wir nun also eine viel zu komplexe Idee und ein nicht geeignetes Team zusammen gestellt haben, gilt es nun zu planen, wie man das ganze angeht. So ein Projekt will ja auch schnell nach vorne getrieben werden, denn sonst wird natürlich irgendwer anders auch auf diese Idee kommen und diese umsetzen. Daraus folgern wir also, wir brauchen klare Strukturen und ein straffes Zeitmanagement. Man schaut sich also auf dem Markt um, wie solche Projekte heute von den Profis umgesetzt werden und stösst relativ schnell (jedenfalls im technischen Bereich) auf die Scrum-Methode. Damit man natürlich nicht die gesamte Methodik anwenden muss, die ist natürlich zu komplex, greifen wir uns einfach als erstes mal die Rosinen raus, die Sprints. Wer an dieser Stelle doch nur durch Zufall hier gelandet ist und nicht wissen möchte, wie man Erfolg meiden kann, der darf und sollte sich selbstverständlich, den Wikipedia Eintrag zu Scrum durchlesen.

Wir haben uns nun also Sprints als das Allheilmittel raus gepickt und machen basierend hierauf ein direkt eine Terminplanung. Am besten direkt 10 Sprints planen mit großen Meilensteinen, damit wir auch wirklich keinerlei Chance haben, dass das Konzept fruchtet. Der erste Sprint wird auch sehr erfolgreich laufen egal was ihr hier einplant. Ihr werdet begeistert sein und natürlich direkt nochmal feststellen, das der nächste Sprint in 7 Tagen auch schon kommen wird. Ziele kurz kontrolliert und nachjustiert, schon steigt die Vorfreude auf den 2. Sprint. 1-7 Tage vorher wird auch schon die erste Abmeldung von einem Teamkollegen kommen: „Die Katze hat nen Elefant gebissen und muss ins Krankenhaus“ , „Die Freundin möchte doch lieber in den Tierpark“, .. Davon dürft ihr euch natürlich nun nicht entmutigen lassen, denn ihr habt ja noch mehr Leute im Team, die scheinbar noch Luft haben. Ihr werdet auch relativ schnell im zweite Sprint merken, dass die Fortschritte endlich kleiner werden und der Großteil des Treffens damit verbracht wird, die gesetzten Meilensteine und Ziele nach zu justieren. Diese Phase ist sehr entscheidend, denn hier könnt ihr aus der angeschlagenen Luftmatratze weitere Luft raus drücken! Die Analogie ist an der Stelle nicht willkürlich, denn mit ein wenig Druck kommt ihr hier zum Erfolg.

Je nach Größe eures Projektteams muss dieses Prozedere stetig wiederholt werden und es wird sich eine lineare Degression der Produktivität abzeichnen, so lange ihr den Druck nur schön hoch haltet.

Nachdem ihr nun die wichtigsten Schritte hoffentlich geschafft habt und die Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg steil gegen 0 geht, gebe ich euch noch ein paar weitere kleine Hinweise, mit denen ihr auf jeden Fall die Kurve weiter runter drücken könnt.

 4. Der Misserfolg liegt im Detail

Wenn in euch immer noch ein wenig die Befürchtung keimt, ihr könntet erstaunlicherweise immer noch Erfolg haben, dann nehmt eure Idee und die bisher geleistete Arbeit noch einmal unter die Lupe! Habt ihr an jedes Detail gedacht? Seid ihr euch sicher, dass man nicht hier und da besser noch einmal drüber nach denken sollte? Stellt alles was ihr habt in Frage, denn nur Perfektion führt zum Misserfolg!

Ziel sollte es hier zwingend sein, dass alle erdenklichen Vorschriften und Möglichkeiten voll und ganz umsetzt sind, sonst könntet ihr doch am Ende gefährdet sein mit einem halbfertigen Produkt Erfolg zu haben. Niemand würde ja mit einem halbfertigen Produkt auf den Markt gehen, nicht mal Marc Zuckerberg – When Facebook was fun!

5. Jobwechsel als Motivationsbremse

Letztendlich, wenn ihr hinter alle zuvor beschriebenen Punkt einen Hacken setzen könnt, müsst ihr diesen letzten Tipp eigentlich gar nicht mehr lesen, aber er könnte auch die logische Konsequenz sein. Auch hier kann ich nur sagen, dieser letzte Punkt ist ein echter Misserfolgsgarant.

Meist entstehen solche Statup-Ideen in einer Situation, wo man mit dem was man gerade macht eh nicht so zufrieden ist, denn Zufriedenheit bremst den Fortschritt und die Weiterentwicklung. Das könnten manche nun als Pessimismus bezeichnen und die Hipster unter euch (ich hoffe eigentlich es schafft keiner von euch bis zu dieser Stelle), werden sich sagen.. „Nee, ich bin total zufrieden, mein Leben ist toll, ich möchte einfach nur was anderes“, aber das ist ein Fakt auf den ihr auch kommen werdet, wenn ihr es erlebt oder euch einfach mal objektiv beobachtet.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich mit diesem Beitrag eine gute Anleitung euch da draussen geben konnte mit der ihr sicherstellen könnt, dass ihr auf jeden Fall nicht erfolgreich ein Statup gründen werdet. Wer sich meinen Lieblings-Misserfolg anschauen will, hier bitte schön: Foodools.de – der intelligente Kühlschrank. Ich bleibe somit weiter „jung und erfolglos, doch das am aufsteigendem Ast“ (Zitat: Was der Handel – Blumentopf)

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