Facebook AGBs 2015 - Datenschutz

Neue Facebook AGBs – 2015 – Datenschutz

Heute möchte kurz ein Thema ansprechen, dass seit letztem Freitag in aller Munde ist, obwohl es schon vor Monaten alles bekannt war.

Facebook hat die AGBs in Deutschland überarbeiten!

Für mich als online-affiner Mensch, der mit dem Internet groß geworden ist, ist es immer wieder verwunderlich, wie Menschen auf Begriffe wie AGBs, Datenschutz, Privatsphäre-Einstellungen, persönliche Daten und Facebook reagieren. Hätte man mir vor 20 Jahren, zu der Zeit wo ich meinen ersten eigenen Webchat gebastelt hab, gesagt in der Zukunft für der Bundestag über Webseiten diskutieren, hätte ich diejenige Person ausgelacht! Doch seit einiger Zeit erinnert die Berichterstattung mit ihrer Hetzjagd und der Art wie sie die Angst schürt, an die Berichte über Russland im Kaltenkrieg. Werden wir abgehört? Werden wir beobachtet? Wird jeder unserer Schritte nun irgendwo gespeichert?

Die Antwort schon einmal vorne weg: NEIN! Facebook kann weiterhin nur mit den Daten arbeiten, die wir freigeben! Im Gegensatz zu den ganzen Geheimdiensten, ein Thema das immer überraschend schnell aus den Medien verschwindet, haben wir die Möglichkeit unsere Daten selber freizugeben. Und daran hat sich auch durch die AGB-Änderungen von Facebook nichts geändert…

Doch schauen wir uns mal kurz und plump die Änderungen an, die Facebook an seinen AGBs vorgenommen hat:

Facebook AGBs – GEO-Position

Facebook wird in Zukunft unsere gesendeten GEO-Positionen weiter zur Auswertung benutzen! Damit will Facebook ermöglichen, dass wir noch bessere Vorschläge erhalten. Wenn beispielsweise eine Freund in der nähe von unserem aktuellen Standort einen Post gemacht hat über den netten Italiener um die Ecke, dann sollen wir das hier noch einmal mit bekommen..

Aber natürlich erhalten wir nicht nur, wenn ein „Freund“ etwas gepostet hat, einen Vorschlag, sondern auch allgemein möchte Facebook den Bereich Places (Orte in der Nähe) weiter ausbauen. Diese Entwicklung ist nicht verwunderlich und auch nicht so sehr etwas neues. Wir sind in einer Phase wo immer mehr und mehr Leute Smartphones nutzen, schaut euch hierfür einfach mal beim Warten um. Egal ob am Bahnhof, beim Friseur, beim Arzt oder einfach so auf der Parkbank. Und genau hier möchte Facebook einen weiteren Mehrwert schaffe und uns basierend auf unserer aktuellen Position Empfehlungen aussprechen. Das ganze ist aber auch nichts neues.

Facebook AGBs – Datenschutz

Eine weitere große Änderung betrifft unsere Interaktionen im Alltag und auf anderen Webseiten. Seit längerer Zeit ist es schon möglich auf Webseiten so genannte Tracking-Pixel einzusetzen um dem Facebook-Nutzer noch zielgerichteter mit Informationen zu befeuern. Das Konzept dahinter kann man ruhig als Re-Targeting bezeichnen und ist im Online Marketing längst ein alter Hut. Nun geht Facebook mit diesen Informationen weiter in die Öffentlichkeit und hat sogar diverse Anleitungen veröffentlicht über die User diese Art des Trackings für sich selber reduzieren können. Besonders dieser Aspekt wurde in den letzten Tagen heiß diskutiert.

Mir stellt sich hierbei die Frage, ob die ganzen Datenschützer und Möchte-Gern-Datenschützer sich denn vorher mal die Datenschutzbestimmungen diverser Webseiten auch durchgelesen haben. Wer in Deutschland Tracking-Pixel einsetzt und das nötige Mass an Rechtssicherheit eingehalten hat, hat in seinen Datenschutzbestimmungen auf den Einsatz hingewiesen. Ich habe aber in den Medien nicht gehört „BILD Online sammelt User-Daten“.

Wer nun seine Privatsphäre Einstellungen anpassen will, wird hier direkt fündig – Facebook Datenschutz und Mehr

Facebook AGBs – Werbung

Der dritte Punkt der in den Medien rum schwirrt zu den neuen AGBs, dreht sich rund um das Thema Werbung. Für uns im Online Marketing vielleicht der wichtigste Punkt. Wobei mir sich die Frage stellt, warum dieser Aspekt von allen Medien noch einmal einzeln aufgelistet wird und meist künstlich mit Inhalt gefüllt wird. Eine gewisse Redundanz zum Thema Datenschutz lässt sich hier schon erkennen, denn neben der Ausrichtung von Werbeanzeigen über die „Likes“ der User, wird nun erwähnt, dass man nun auch über das Surfverhalten der Facebooker sie nun ansteuern kann. Natürlich ist dieses eine Erweiterung, da wir aktuell nur die Besucher unserer eigenen Webseite ansteuern können, jedoch ist auch dieses wieder ein klassisches Retargeting, was im Online Marketing schon seit Jahren im Einsatz ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Facebook-User nun die Möglichkeit hat die Werbung zum Großteil für ihn zu entfernen und auch direkt erkennt in welche Zielgruppe gehört. Des Weiteren sollen User in Zukunft Werbung auch bewerten können. Alles in allem klingt das für mich eher nach mehr Möglichkeiten, statt mehr Einschränkungen! Aber vielleicht denke ich hier einfach nicht so konservativ!

Wer hat denn nun wirklich einen Nachteil dadurch, dass die Werbung noch passender auf ihn zugeschnitten bekommt. Wenn ich Laufschuhe gekauft habe und in Zukunft Werbung für Sportkurse oder Sportbekleidung bekomme, ist das immer noch besser als das aktuelle Remarketing. Wir haben es doch alle schon erlebt, dass wir bei den großen Amazon, Otto, Zalando etwas gekauft haben und plötzlich den gleichen Artikel nochmal in den verschiedenen Netzwerken als Werbung angezeigt bekommen. „Natürlich liebes Remarketing-Team, ich kaufe die Waschmaschine nun ein zweites mal!!“

 Facebook AGBs – Marktplatz

Als letzte erwähnenswerte Änderung würde ich die stärkere Integration von Facebook als Marktplatz sehen. In Zukunft soll nicht nur das Kaufverhalten auf anderen Webseiten stärker getrackt werden, sondern Facebook möchte gerne den Anbietern im Netzwerk ermöglichen direkt Waren zu verkaufen. Verbraucherschütze sehen es hier sehr kritisch, dass Facebook nun neben Nutzerdaten auch Zahlungsinformationen haben. Beschweren wir uns denn bei Google oder Amazon über diese Problematik? Und wenn wir unsere Zahlungsinformationen selber in Facebook eintragen, kann es dann einen Grund zur Beschwerde geben?

Ich denke auch hier geht Facebook einfach den nächsten Schritt. Die Reichweite bei Facebook ist schon so groß, warum nicht gleich das Produkt direkt über Facebook verkaufen, statt den Besucher nochmal über einen Link auf irgendeinen Shop zu jagen. Für uns Marketeers ergibt sich hier eindeutig eine weitere Chance auch Point-of-Sale Marketing stärker zu betreiben und für Benutzer bedeutet es, dass sie es sich sparen können, ihre ganzen Daten in einem weiteren System (Shop) anzugeben.

Facebook AGBs – Fazit

Ich persönlich denke mir, dass der Hype rund um die AGB-Änderungen wieder mal künstlich erzeugt wird. Meist sind es doch die, die keine Ahnung haben, die mit den Händen über den Kopf kreischend die Menschheit alarmieren. Zum Glück konnten wir uns dieses mal die große Welle an „Ich widerspreche den neuen Facebook AGBs mit irgendeinem seltsamen Bild“-Posts ersparen. Vielleicht zeigt das ja auch den Reifeprozess der deutschen Facebook-User oder einfach nur den hohen Grad der Abstumpfung den die Medien für das Thema erzeugt haben.

Fasst man die Reaktionen der letzten Änderungen und die hiesigen Anpassungen zusammen, kann ich nur folgendes anmerken:

  • Ja wir haben wie immer Angst vor der Zukunft und vor Veränderungen
  • Nein, wir sind nicht der Mittelpunkt der Erde und ob nun Hans Müllers Daten bei Facebook sind oder nicht, interessiert nicht mal Facebook
  • Facebook geht hier den nächsten Schritt im Kampf gegen Google AdWords

 

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